Genaue Klangbeschreibungen Aristaios

Hier findet Ihr die genauen Klangbeschreibungen zum Testbericht des Aristaios, inkusive Beispielen

Fear Linkin Park

Der ohnehin schon betonte Oberbass des HD650 wird hier noch mehr betont, sodass er mir im Vergleich zum Rest zu laut klingt. Alles klingt, bis zum Einsatz von Mike, zu voluminös. Das sorgt dafür, dass man die leichte Präzisionsschwäche des HD650 im Tiefton noch deutlicher hört. Vom mit Einsatz eines KHV genauerem Bass höre ich hier leider nichts. Die Hi Hat des Schlagzeuges wird hier etwas abgerollt, sprich sie klingt etwas weicher, entspannter. Diese Eigenschaft wird Röhren ja gerne nachgesagt, wobei man hier nicht generalisieren sollte.

Des Weiteren sind die Mitten am CD5004 etwas mehr im Vordergrund, was mir sehr gefällt. Die Verständlichkeit bleibt aber auch beim Destiny vollkommen erhalten.

Across the Line Linkin Park

Hier klingt die gedoppelte, links und rechts auf der Bühne positionierte, Stimme von Mike Shinoda noch dunkler als im Original, was der Atmosphäre gut tut. Gleichwohl hat man das Gefühl das der Ton wie bei Lautsprechern von vorne, knapp außerhalb des Kopfes kommt. Dem Kickbass verleiht der Aristaios in diesem Stück mehr Kontur, er klingt genauer, wobei er dem T70 gefährlich nahe kommt bzw. gleichzieht. Dadurch steigt der Fussmitwippfaktor, ich habe geradezu das Gefühl, mitsingen zu wollen.

Die kleine Bühne des HD650 versucht der Destiny gar nicht erst aufzublähen, was die Gewisse Intimität zur Musik aufrechterhält. Ob einem das gefällt ist Geschmackssache.

Hero Enrique Iglesias

Die gezupfte Gitarre klingt hier mit dem KHV beeindruckend echt. Einen wirklichen Unterschied zur Realität kann ich nicht feststellen.

Die Rasseln klingen ebenfalls super, es entsteht das Gefühl, jedes Korn rieseln zu hören.

Als noch eine zweite Gitarre und Streicher im Instrumental Part hinzukommen, verliert der Destiny nicht die Übersicht, alles ist auf der kleinen Bühne gut zu hören. Durch den Röhrenklirr, klingen die Streicher sehr angenehm.

Das Schlagzeug klingt bei diesem Stück klarer als bei Fear.

It’s A Hard Life Queen

Hier sind für mich weitergehend keine Unterschiede zu erlauschen, bis auf die Tatsache, dass der Tiefton auch hier etwas angehoben ist und die Bühne nicht ganz so auf einen Punkt geklatscht wirkt wie beim Marantz. Die hohen Klavieranschläge sind für meinen Geschmack etwas zu leise. Groß ist Unterschied aber nicht, es kann getrost von Nuancen gesprochen werde.

Keep Passing The Open Windows Queen

Hier legt der Destiny eine tolle Musikalität an den Tag, alles klingt wie aus einem Guss. Der Fluss der Musik, der Drive dieses Songs wird vom KHV nochmal verstärkt.

Leider verdeckt der Aristaios die leise gespielte Hi Hat, sodass man sie nur noch mit Mühe hört.

Finsternde Zeit Herbert Grönemeyer

Auch hier werden die Gitarrengriffe sehr schön wiedergegeben. Der CD5004 sorgt dafür, dass es deutlicher zu hören ist, wie das Plektrum über die Seiten schnellt, beim Destiny ist das nicht so deutlich zu erlauschen. Die Bühne ist zwar nur im Kopf und relativ klein, dafür ist sie aber sehr klar strukturiert, sodass deutlich vernehmbar, dass der Backgroundchor im Hintergrund steht, und Grönemeyer in der Stereomitte singt. Bei schnellen Passagen im Tieftonbereich, bleibt der Klang weitestgehend stabil, eine Langsamkeit, die vielen Röhren nachgesagt wird, kann ich dem Aristaios nicht attestieren, er liegt hier auf einem Niveau mit den „Transen“.

Schwanensee Pjotr Iljitsch Tschaikowski

Der Kontrabass spielt hier im Verhältnis gesehen etwas zu laut auf. Trotzdem ist er klar ortbar, sowie die restlichen Teile des Orchesters. Eine riesige Bühne macht auch der Aristaios nicht mit dem HD650, für Klassik ist ein K701 sowieso besser geeignet. Durch die leichte Zurücknahme bzw. die Verbiegung der Höhen und die Rücknahme der Höhen des HD650 sind die hohen Geigentöne etwas zu leise. In der restlichen Detailauflösung sind keine Unterschiede wahrnehmbar.

Take Five Dave Brubeck

Ein Super Kunstkopfaufnahme, die mit den KHV richtig stimmig, rund klingt. Die Saxophone klingen durch die Röhre schön warm und weich. Dieses Gefühl, mit dem die Saxophone gespielt werden, spürt man förmlich. Einzelne Pianoanschläge Brubecks klingen sehr realistisch nach.

Die Bühne bleibt für mich an beiden Ausgängen so schön wie sie ist, Differenzen kann ich keine Vernehmen.

Mit der Röhre kann man das ganze Geschehen noch etwas entspannter verfolgen, als mit dem Marantz. Erwartet aber auch hier keine Welten.

Destiny Aristaios Testbericht

Einleitung

Wie es mit den klanglichen Unterschieden zwischen Transistorkopfhörerverstärkern aussieht, habe ich  ja schon im Vergleichstest gezeigt, in der Hoffnung deutlichere Verbesserungen bei Röhrenkopfhörerverstärker zu finden, orderte ich mir also den Destiny Aristaios. Dieser ist ein Hybrid und verfügt über 2 6AK5 Röhren. An Leistung bietet er an 300Ohm 250mW, dass sollte für meinen Testhörer, den HD650 ideal sein. Beim Kauf des Aristaios direkt vom Hersteller erleichtert Ihr euer Konto um 198€.

Lieferumfang, Verpackung:

Als die nette Postbeamte vor der Tür stand und mir das Packet überreichte, war ich zunächst überrascht von der Größe der Verpackung, da schien ja was drin zu sein: ein zweiter kleinerer Karton! Ganz oben liegt eine Schnellanleitung, in der die Inbetriebnahme des Gerätes erklärt wird. Darunter liegt ein gebundenes Heftchen, welches die englische Bedienungsanleitung darstellt. (Das Heftchen erinnert mich ein bisschen an den netten kleinen Hobbyentwickler von nebenan, der jetzt seine Produkte verkaufen will, dass dürft ihr jetzt aber nicht negativ verstehen, mir ist das eher sympathisch.)

Dann finde ich den Verstärker, der in Styropor eingebettet ist, gar nicht so leicht ihn herauszubekommen. Das geht beim Stromkabel doch wesentlich leichter von der Hand.

Zum Anschluss an eure HiFi Anlage liegt ein „Premium Blue Cinchkabel“ bei.

Verarbeitung

Klang

Als ich die HD650 an den Aristaios anschloss und die erste CD einlegte, hatte ich gleich das Gefühl, eine Platte zu hören, so klang das hier teilweise. Klanglich merkt man dem Aristaios also an, dass der analog aufgebaut ist. Gerade in Verbindung mit einem Plattenspieler werden Analogfans glücklich werden, sofern sie die Nachteile des Destiny nicht weiter stören.

Tiefton: Röhrentypisch(nach dem Klischee) leicht angehoben. Im Verbund mit einem basslastigen Ohrenschmeichler kann dies teilweise etwas zu viel des Guten sein. Für einen neutralen Hörer alà K701 ist das jedoch das nahezu perfekte Mittel um das Klangbild etwas zu entspannen. Vom Tempo des Basses liegt der Destiny gefühlt leicht hinter einem Transistor wie dem Rhinelander. Ich denke aber, dass das auf die Psychoakustik zu schieben ist. Die Präzision im Tiefton verbessert sich beim HD650 etwas, jedoch nicht um Welten, wie das gerne propagiert wird.

Mitten: Wirken aufgrund der Bassanhebung etwas zurückgenommen, was sie aber eigentlich nicht sind. In Sachen Auflösung ändert sich jedoch quasi nichts für mich, was vom Co Autor bestätigt wird.

Höhen: Die Höhen sind, wie man es von einer Röhre erwartet, leicht abgerundet. Will heißen, dass der Hochton nicht mehr ganz so brillant klingt. Gleichzeitig nimmt man dem Hochton auch etwas an Aggressivität, was das Hören entspannt, so auch hier. Jedoch sind die Höhen nicht nur leicht zurückgenommen, sie klingen auch etwas anders, wer einmal eine typische Röhre gehört hat, weiß was ich meine. In Sachen Auflösung verändert sich beim Aristaios eigentlich nichts. Im Vergleich zu einem KHV mit Höhenbetonung werden so einige Details nicht so stark herausgefiltert, das herausfiltern würde aber wie schon gesagt dazu führen, dass es nach einiger Zeit nervig klingen kann.

Einige genauere Klangberichte mit Beispielen findet Ihr unter folgendem Link: https://linearsound.wordpress.com/wp-admin/post.php?post=362&action=edit&message=6&postpost=v2

Probleme

Obwohl die Verarbeitung in Ordnung geht gibt es Mängel: So habe ich anfangs mit dem Aristaios Radio empfangen, dass legte sich nach einiger Zeit. Die Störgeräusche blieben jedoch stets vorhanden, wurden glücklicherweise geringer, wenn ich das Gerät anders postierte. Das (letzte) größere Problem ist, dass das Poti bis zu einem Fünftel der Lautstärke nicht gleichläufig arbeitet, der rechte Kanal ist deutlich lauter als der Linke.

Fazit

Die etwas deutlicheren Unterschiede die ich suchte, fand ich hier, die Verbesserungen blieben jedoch gering. An Veränderungen bietet der Aristaios eine Bassanhebung und eine Abrundung der Höhen, insgesamt einen analogen Klang. Mit einem basslastigen Hörer verträgt sich das leider nicht, wenn man aber einen neutralen Kopfhörer wie den K701 etwas spaßiger machen möchte, ist der Aristaios ein guter Kauf. Ansonsten würde ich mir wie generell bei Kopfhörerverstärkern den Kauf zweimal überlegen, da die Verbesserungen sehr gering sind und das Gerät über 2 Mängel verfügt: Die Störgeräusche und das Poti. Beides verdirbt bei leisem Hören den Genuss etwas.

Sind Kopfhörerverstärker sinnvoll? Eine kleine Übersicht

Die einen schwören darauf, die anderen meinen es sei Voodoo, gemeint sind nicht Kabel, nein es geht um kleine Kästen, welche versprechen, den Klang eines Kopfhörers zu verbessern und den Kopfhörer lauter spielen zu lassen. Diese kleinen Kästchen werden von der HiFi-Branche auch liebevoll Kopfhörerverstärker genannt. Diese existieren in fast jeder erdenklichen Preisregion. Diese Geräte gibt es sowohl portabel, als auch stationär. Desweiteren kann man die Geräte in 3 große Klassen aufteilen: 1. Die Transistoren sie sind am weitesten verbreitet, sie benutzen Operationsverstärker zum Verstärken des Singnales sowohl in der Vorstufe als auch in der Endstufe. Den meisten dieser Geräte wird generell ein sehr neutraler Klang nachgesagt, was jedoch nicht so richtig stimmt, denn es gibt warme KHVs (z.B. Corda Swing), kalte KHVs und neutrale KHVs(Lehmann Rhinelander). Wie ein Modell klingt, hängt immer vom Gerät und dem verwendeten Kopfhörer ab. Hier ein paar Transistorverstärker:

  1. B-Tech BT928 Preis: früher 5€, jetzt 30€(ist/war eher etwas für Modder)
  2. CMOY Preis: 30€-60€(je nach Version)
  3. Dynavox CSM-112 Preis: 60€-80€
  4. Pro-Ject Headbox II Preis: 100€
  5. Lake People G93 Preis: 230€
  6. Corda Swing Preis: 245€
  7. Creek OBH-21 Preis: 250€
  8. Amity HPA 9 Preis: 250€
  9. Lehmann Black Cube Linar Preis: 700€

2. Hybride sie sind die kleineste Gruppe und eher ein Randgruppe. Sie sind so aufgebaut, dass sie meistens eine oder 2 Röhren als Vorstufe nutzen. Die Endstufe bilden Operationsverstärker, es gibt jedoch auch Geräte, bei denen es umgedreht ist. Die meisten bzw. fasst alle Hybride haben den Hauch des warmen Röhrenklanges, sind jedoch trotzdem relativ neutral. Wie genau sie klingen ist wieder vom Gerät und genutzem Kopfhörer abhängig. Hier ein paar Hybridverstärker:

  1. Vincent KHV-111 Preis: 270€
  2. Schit Lyr Preis: 449 Dollar
  3. Vincent KHV-1 Preis: 749€

Es gibt noch weitere Hybriden, vorallem im chinesischem Raum. 3. Röhren sie sind die 2. größte Gruppe. In ihnen werkeln meistens 2 12AX7 Röhren als Vorstufe und auch 2 12AX7 Röhren als Endstufe. Die Röhren sind meistens austauschbar (Fachbegriff Tube-Rolling), können deshalb gegen Wertigere oder besser gefallende Röhren ausgetauscht werden. Ganz wichtig ist, von wo die Röhren kommen, die schlechteste Qualität haben die Röhren aus China, besser sind Europäische, Amerikanische und Russische. Oftmals gibt es die selben Röhren aus verschiedenen Ländern mit Qualitätsunterschieden, die oft auch hörbar sind. Röhrenverstärker klingen sehr warm/Analog, wobei man das auch nicht generell sagen kann, denn ist wie immer vom Gerät und Kopfhörer abhängig. Hier ein paar Röhrenverstärker:

  1. Diverse Little Dot Modelle Preis: ab 99 Dollar, empfehlenswert ist der MKIII für 199€ wenn man sich einen Little Dot kauft, sollte man vom Konzern direkt über den Verkäufer: davidzhezhe kaufen
  2. Shiit Valhalle Preis: 349 Dollar

Im europäischen und chinesischen Raum gibt es noch viele weitere, für näheres sollte man sich an Headfi oder das Hifi-Forum wenden. Was für eine der 3 Klassen man nimmt, muss man selbst entscheiden, durch Probehören. Generell kann man sagen, dass man keinen warmen Kopfhörer an einem warmen KHV betreiben sollte, gerade im Hochton wird es nach einiger Zeit nervig und verdirbt einem den ganzen Spass. Es gibt jedoch auch Leute, die diese Kombination mögen, deshalb ist Probehören unbedingt notwendig, der folgende Vergleich sollte lediglich als Orientierung dienen. Generell sollte man einen KHV erst dann in Erwägung ziehen, wenn man entweder keinen Kh-Ausgang am Verstärker oder Cd-Player hat, oder einen sehr hochwertigen Kopfhörer (ab ca. 200€) besitzt. Meistens führt ein Kopfhörerverstärker zu einem klareren Klangbild, vorallem im Bassbereich. Hinzu kommt noch eine Verbesserung der Bühne, man sollte jedoch nicht zu viel erwarten, denn ein KHV ist auch keine Wunderwaffe, so wie man es oft liest. So nun zu meinem Vergleich: Verglichen habe ich den Pro-Ject Headbox II für 100€, da ich auf einen Einsteigertipp gehofft habe und mit Pro-Ject bis jetzt immer gute Erfahrungen gemacht habe. Des Weiteren habe ich mir einen Lehmann Rhinelander, welcher 370€ kostet und in Deutschland produziert wird ausgehliehen, er soll in etwa so klingen wie ein Meier Corda Swing nur nicht so warm, dafür wird er im Gegensatz zum Corda, der in China produziert wird, in Deutschland produziert. Der dritte im Bunde ist ein Heed CanAmp, dieser kostet 379€ und ist laut Art&Voice ein Geheimtipp. Der CD-Spieler ist ein Marantz CD5004, dessen Klinkenbuchse besitzt einen NJM2068 als Kopfhörerverstärler. Im Folgenden habe ich die technischen Daten und ein paar Bilder eingefügt. Alle Kopfhörervestärker zusammen:

Pro-Ject Headbox II Technische Daten:

  • Leistung: 330mW/30 Ohm, 60mW/300 Ohm
  • Kopfhöreranschluss: > 30 Ohm
  • Fremdspannungsabstand: 87dB (100dB- IEC- A) bei Vollausteuerung
  • Klirrfaktor: 0,005%
  • Verstärkung: 11dB
  • Kopfhörerbuchse: 3-polige Klinkenbusche Ø 6,3mm
  • Netzanschluss: Steckernetzteil, 16V, 500mA AC; 220-240V, 50Hz
  • Stromaufnahme: 16V/ 120mA AC
  • Abmessungen: 103 *38 * 141mm
  • Gewicht: 600g ohne Netzteil

Verarbeitung:  Die Verarbeitung der kleinen Kiste ist hervorragend, an keiner Stelle wurde Kunststoff verwendet. Der Großteil des Gehäuses besteht aus leicht angerautem(wie Schleifpapier) Metall, bzw. Aluminium. Die Frontplatte ist massiv und wird von 2 Schrauben gehalten. Das Potentiometer schleift ein bisschen, dass ist jedoch nicht weiter tragisch. Was ich etwas schlimmer finde, ist das die 6,3mm Klinkenbuchse nicht vergoldet ist, das finde ich nicht aus klangtechnischer Sicht schlecht, sondern deshalb, weil das verwendete Material warscheinlich irgendwann oxidiert. Das merkwürdige ist, dass die 2 Cinchbuchsen(1*Line in und 1* Line Out) an der Rückseite vergoldet sind. Leider ist kein An-und Ausschalter vorhanden.

Kommen wir nun zum wichtigen, dem Klang: Was mir zuerst aufgefallen ist, ist das hohe Grundrauschen, dass fällt vorallem bei Klassik in leisen Passagen auf. Dieses Rauschen besitzt nicht einmal der CD-Spieler Ausgang. Doch nicht nur bei Klassik fällt dass ins Gewicht, auch bei sonstigen Aufnahmen, sofern es keine extrem lauten Lieder sind, fällt es etwas nervend auf, hier sollte Pro-Ject unbedingt nachbessern. Große Unterschiede zum CD-Player Ausgang sind nicht auszumachen, außer dass die Räumlichkeit ein bisschen besser war, dass ist vorallem bei Dave Brubeck Take Five aufgefallen. Noch deutlicher wird es bei der Linkin Park Live in Texas CD, denn dieses Konzert wurde für ein Rock-Konzert sehr gut aufgenommen, dort hört man sehr schön, dass Chester Bennington sehr gerne auf der Bühne herumläuft, genauso wie Brad Delson, das ist jeodch auch ohne Kopfhörerverstärker hörbar. Ein weiteres Teststück war Tschaikowskys Capriccio Italien Op45, eines meiner Lieblingsstücke, dort wird die Bühne etwas breiter,(Nuancen)meiner Meinung nach ist das aber keine große Veränderung. Außerdem habe ich das Gefühl, dass der Bassbereich ganz leicht betont wird, dass sind jedoch nicht reproduzierbare Nuancen. An den Höhen und Mitten ändert sich nichts. Diese sind ja auch (vorallem die Mitten) die Stärken des HD650. Die meisten Unterschiede sind nicht reproduzierbar, sodass ich sagen kann, dass die Headbox II nicht viel bis gar nicht besser klingt als der CD5004.

Fazit: Die Pro-Ject Headbox II ist für ihren Preis von 100€ nicht empfehlenswert, zu heftig wirkt das Grundrauschen ein, hinzu kommt noch, dass kaum klangliche Unterschiede zu spüren sind, bzw. dass diese den Aufpreis nicht Wert sind, gegenüber meinem CDP-Ausgang. Das alles kann die Headbox II auch nicht mit ihrer erstklassigen Verarbeitung wettmachen, der einzige größere negative Punkt ist, dass es keinen On-Off- Schalter gibt. Deshalb würde ich die Headbox II nur für Leute empfehlen, die keinen Klinkenausgang besitzen und aus diesem Grund einen billigen Kopfhörerverstärker suchen, wobei man dann auch schon über einen Cmoy oder B-Tech nachdenken kann.                                                                                                                                                                                          Heed CanAmp Technische Daten:

  • Eingangsspannung/Impedanz: 200mV/10kOhm
  • Ausgangsleistung: 900mW (8 Ohm)
  • Rauschabstand: 95 dB
  • Klirrfaktor:<0,5% (900mW/1kHz)
  • Frequenzgang: 10Hz-50kHz)

Verarbeitung: Der CanAmp ist mit Abstand der schwerste der 3, da sein Netzteil intern ist, dementschprechend wird er handwarm. Die Front ist Klaviermäßig gehalten, die Kopfhörerbuchse ragt leicht aus dem Gehäuse heraus. Das Potentiometer ist glänzend silber und lässt sich sauber drehen(ich meine das ist ein ALPS). Hinten gibt es glücklicherweise einen an und aus Schalter. Die Cinchbuchsen sind in der selben Anzahl wie beim Pro-Ject vorhanden und ebenfalls vergoldet. Der Rest des Gehäuses besteht aus dem selben Material wie das der Headbox II.

Klang: Warm, dass ist das Stichwort, wenn es um den Heed geht. Die Höhen sind etwas  angehoben, der Bass wird ebenfalls leicht betont. Ersteres hat bei mir dazu geführt, dass ich nicht so lange wie sonst Klassik hören konnte, weil die Streicher ein bisschen genervt haben, der warme Klang und die HD650 vertragen sich nicht so gut. Mit einem neutralem Kopfhörer (z.B. AKG K701) ist diesse leichte Höhen und Bassanhebung bestimmt kein Problem, nur warme Kopfhörer und warme KHV’s vertragen sich halt leider nicht. Bei Rock und Popmusik fällt das nicht so ins Gewicht, dort stört die Höhenanhebung nicht weiter. Das Grundrauschen ist gleich null. Er ist klanglich etwas oberhalb des Pro-Ject anzusiedeln, jedoch ist er nicht viel besser. Um die Unterschiede zwischen CD-Player und CanAmp zu hören, muss man sich sehr anstrengen. Der Heed sorgt für etwas straffere, präzisere Bässe, und etwas feinere Höhen, der Mittelton bleibt unverändert, ich denke jeodch, dass hier die Psychoakkustik deutlich mit rein spielt. Diese Veränderungen fallen besonders bei Don’t Stop me Now von Queen auf, wo das Klavier einfach etwas sauberer rüberkommt, natürlicher, der Song bekommt einfach mehr Tempo(ich hoffe, ihr wisst, was gemeint ist, ich weiß einfach nicht, wie ich es ausdrücken soll) Der straffere Bass wird besonders bei We will rock you von Queen auf, dort ist der Kopfhörer einfach etwas schneller bei den Bässen, dazu kommt, dass auch hier das Schlagzeug sauberer dargestellt wird. Bei Amy Macdonalds This Pretty Face fällt der saubere Klang am Anfang ebenfalls auf, weltbewegend sind die Unterschiede jedoch nicht, sodass man sich schon sehr anstrengen muss um die Unterschiede zu hören. Was das absolute No-Go ist, welches mir erst später aufgefallen ist, ist dass das Kästchen NDR2 empfängt. Ich weiß nicht warum, aber man konnte die ganze Zeit leise Radio hören, egal wo hin ich ihn gestellt habe, Störquellen habe ich auch keine. Wahrscheinlich sind die Kabel innen sehr schlecht abgeschirmt. Was ich auch merkwürdig finde, dass ich hier nur ganz schlechten UKW-Empfang habe, über den Heed gibt es aber keine Aussetzer. Gerade wenn man leise Musik hört, nervt das gewaltig.

Fazit: Durchgefallen. Das erste negative ist, der mit dem HD650 nach einiger Zeit nervigem Hochton.(das kann mit anderen Kopfhörer anders sein) Der Bass ist sehr schön, der Hochton löst auch nicht schlecht auf, er nervt nach einiger Zeit nur leider einfach. Dazu kommt noch der Radioempfang, derart schlecht geschirmte Kabel in einem 380€ Gerät ist eine Schande. Diese beiden No-Gos kann er auch nicht mit dem ansonsten guten Klang(etwas besser als der CD5004) nicht wettmachen. Für 380€ ist er absolut überteuert und nicht empfehlenswert.

Lehmann Audio Rhinelander

  Technische Daten:

  • Eingangsimpedanz: 47 kOhm
  • Maximale Verstärkung: 6dB, 20dB (intern per Jumper wählbar, Standart 6dB)
  • Frequenzgang: 10Hz (-0.3dB) bis 35 kHz (-1dB)
  • Rauschabstand: >95dB bei 0dB Gain
  • Kanaltrennung: >70dB/10kHz
  • Ausgangsleistung: 120mW
  • Ausgangsimpedanz: 5 Ohm
  • Leistungsaufnahme: ca. 3W, externes Steckernetzteil (Gleichrichtung, Siebung und Regelung der Gleichspannungen erfolgen auf der Audioplatine)
  • Abmessungen: 280 x 110 x 44 mm (nur Gehäuse)
  • Steckverbinder: Neutrik Kopfhörerbuchsen, 6.35 mm mit vergoldeten Kontakten // Vergoldete Cinchbuchsen
  • Gewicht: ca. 1.0 kg (inkl. Netzteil)
  • Frontplatte: Aluminium eloxiert, silber oder schwarz

Verarbeitung: Sehr gut, man merkt, dass das Gerät in Deutschland produziert wird. Das Potentiometer dreht sehr sauber, an der Front ist ein Umschalter für 2 Quellen, per internem Schalter kann man den Rhinelander zum Vorverstärker machen(dieses Feature bieten die anderen auch an). Etwas merkwürdig ist, dass um die die vergoldeten Cinchbuchsen noch ein halber Centimeter freier Platz, sodass staub eindringen kann. Wie sich das mit Korrosion verhält, kann ich euch nicht sagen, ich vermute jedoch, dass das Ganze der Haltbarkeit nicht sonderlich gut tut. Ansonsten ist alles top, die rechte, obere und linke Seite bestehen aus einem Block. Was schade ist, ist das es keinen An-Ausschalter gibt.

Klang: Sehr neutral. Der Lehmann ist der AKG unter den Kopfhörervestärkern, er lässt die Musik genauso wie sie aufgenommen wurde. Hier ist ebenfalls kein Grundrauschen vorhanden, Radio empfange ich auch nicht. Auch hier fällt es mir schwierig Unterschiede zu den anderen Geräten zu hören. Im Vergleich zum Pro-Ject und Marantz ist der Bass etwas genauer, das fällt auch hier bei We will rock you auf, die Verbesserung ist für meine Ohren gleichzustellen mit dem CamAmp. Die Bühne wird etwas detaillierter und größer, wie mir beim ersten Hören von Schwanensee auffiel, dort hat man teilweise das Gefühl, dass das Orchester sich über das ganze Zimmer verteilt. Die In-Kopfortung wird etwas verbessert. Zudem werden die Instrumente etwas besser differenziert, sodass man sie genauer Orten kann, beim Vitamin String Quartet bspw. kann man genauer hören, wo die 4 Musiker sitzen, bei Livekonzerten verstärkt sich dieser Eindruck noch weiter, beim Live at Wembly Album von Queen merkt man einfach ganz genau, wo die Protagonisten gerade sind, ohne die DVD zu sehen(welche ich auch besitze). Die große Stärke des Sennis, die Mitten bleiben unverändert. Hinzu kommt noch, dass die Höhen etwas feiner werden, sodass Streicher in großen Orchestern noch beeindruckender klingen. Insgesamt, verbessert der Rhinelander den “Drive” der Musik etwas, z.B. Bei Carl Orffs Carmina Burana, O Fortuna sorgt es für noch mehr Gänsehaut, wenn das komplette Orchester und die Sänger spielen. Er verstärkt genauso, wie es ein Verstärker tun sollte, ohne Eigenklang. Letzten Endes bleibt zu sagen, dass auch hier die Verbesserungen nicht übermäßig groß sind, aber vorhanden und reproduzierbar. Das liegt größtenteils daran, dass mein CD5004 bereits einen guten internen KHV besitzt. Im Vergleich zum Kopfhörerausgang des SU-VX700 verbessert sich der Klang dann doch stärker, sodass ich ihn behalten hätte, wenn ich nicht schon einen integrierten hätte.

Fazit: Falls man wenn man keinen Kopfhörerausgang hat einen Kopfhörerverstärker braucht, würde ich diesen nehmen, weil er eigentlich keinen großen Negativpunkt hat außer dass es keinen An-Ausschalter gibt. Dazu kommt, dass er den Fluss der Musik fördert, sodass der HD650 noch mehr Spass macht. Hinzu kommt, dass der gesamte Klang natürlicher, klarer wird.

Generelles Fazit: Von den 3 hat die Pro-Ject Headbox II am schlechtesten abgeschnitten, diese ist nur dann empfehlenswert wenn man keinen Kopfhörerausgang hat und einen billigen Kopfhörerverstärker braucht. Man muss fairerweise auch sagen, dass die anderen Geräte 3* soviel kosten wie der Pro-Ject. Der Heed CanAmp ist nur etwas über dem Pro-Ject anzusiedeln, aufgrund der gravierenden Schwächen. Am besten schneidet der Lehmann Rhinelander ab, da er keine großen Schwächen hat, auch er ist kein Preis/Leistungshit, da auch er 370€ kostet und das ist meiner Meinung nach zu viel für die kleine Verbesserung. Gegenüber dem Ausgang meines Technics ist die Verbesserung den Preis ebenfalls nicht wert. Generell würde ich mir den Kauf eines Kopfhörerverstärkers 2* mal überdenken, da die oft als riesig beschriebenen Unterschiede zumindest an meiner Kette für mich sehr klein sind, zuviel für den Preis. Dass alles wurde wie schon geschrieben, mit einem Marantz CD5004 getestet, der schon einen kleinen Kopfhörerverstärker hat, es kann also sein, dass an anderen Klinkenausgängen der Unterschied größer ist. Als Kopfhörer diente ein Sennheiser HD650. Wie immer ist Probehören das sinnvollste was man tun kann. Letztendlich bleibt noch zu sagen, dass Kopfhörerverstärker meiner Meinung nach etwas für Perfektionisten sind, die nochmal das letzte Quäntchen aus ihrem Kopfhörer holen wollen. Wobei hier die Psychoakkustik deutlich mit reinspielt, bei Blindtests, waren die oben beschriebenen Unterschiede dann sozusagen fast verschwunden.

Als letztes möchte ich nochmal der Alex Giese GmbH und Art& Voice Hannover danken, die mir die KHVs freundlicherweise ausgeliehen haben.