Genaue Klangbeschreibungen Aristaios

Hier findet Ihr die genauen Klangbeschreibungen zum Testbericht des Aristaios, inkusive Beispielen

Fear Linkin Park

Der ohnehin schon betonte Oberbass des HD650 wird hier noch mehr betont, sodass er mir im Vergleich zum Rest zu laut klingt. Alles klingt, bis zum Einsatz von Mike, zu voluminös. Das sorgt dafür, dass man die leichte Präzisionsschwäche des HD650 im Tiefton noch deutlicher hört. Vom mit Einsatz eines KHV genauerem Bass höre ich hier leider nichts. Die Hi Hat des Schlagzeuges wird hier etwas abgerollt, sprich sie klingt etwas weicher, entspannter. Diese Eigenschaft wird Röhren ja gerne nachgesagt, wobei man hier nicht generalisieren sollte.

Des Weiteren sind die Mitten am CD5004 etwas mehr im Vordergrund, was mir sehr gefällt. Die Verständlichkeit bleibt aber auch beim Destiny vollkommen erhalten.

Across the Line Linkin Park

Hier klingt die gedoppelte, links und rechts auf der Bühne positionierte, Stimme von Mike Shinoda noch dunkler als im Original, was der Atmosphäre gut tut. Gleichwohl hat man das Gefühl das der Ton wie bei Lautsprechern von vorne, knapp außerhalb des Kopfes kommt. Dem Kickbass verleiht der Aristaios in diesem Stück mehr Kontur, er klingt genauer, wobei er dem T70 gefährlich nahe kommt bzw. gleichzieht. Dadurch steigt der Fussmitwippfaktor, ich habe geradezu das Gefühl, mitsingen zu wollen.

Die kleine Bühne des HD650 versucht der Destiny gar nicht erst aufzublähen, was die Gewisse Intimität zur Musik aufrechterhält. Ob einem das gefällt ist Geschmackssache.

Hero Enrique Iglesias

Die gezupfte Gitarre klingt hier mit dem KHV beeindruckend echt. Einen wirklichen Unterschied zur Realität kann ich nicht feststellen.

Die Rasseln klingen ebenfalls super, es entsteht das Gefühl, jedes Korn rieseln zu hören.

Als noch eine zweite Gitarre und Streicher im Instrumental Part hinzukommen, verliert der Destiny nicht die Übersicht, alles ist auf der kleinen Bühne gut zu hören. Durch den Röhrenklirr, klingen die Streicher sehr angenehm.

Das Schlagzeug klingt bei diesem Stück klarer als bei Fear.

It’s A Hard Life Queen

Hier sind für mich weitergehend keine Unterschiede zu erlauschen, bis auf die Tatsache, dass der Tiefton auch hier etwas angehoben ist und die Bühne nicht ganz so auf einen Punkt geklatscht wirkt wie beim Marantz. Die hohen Klavieranschläge sind für meinen Geschmack etwas zu leise. Groß ist Unterschied aber nicht, es kann getrost von Nuancen gesprochen werde.

Keep Passing The Open Windows Queen

Hier legt der Destiny eine tolle Musikalität an den Tag, alles klingt wie aus einem Guss. Der Fluss der Musik, der Drive dieses Songs wird vom KHV nochmal verstärkt.

Leider verdeckt der Aristaios die leise gespielte Hi Hat, sodass man sie nur noch mit Mühe hört.

Finsternde Zeit Herbert Grönemeyer

Auch hier werden die Gitarrengriffe sehr schön wiedergegeben. Der CD5004 sorgt dafür, dass es deutlicher zu hören ist, wie das Plektrum über die Seiten schnellt, beim Destiny ist das nicht so deutlich zu erlauschen. Die Bühne ist zwar nur im Kopf und relativ klein, dafür ist sie aber sehr klar strukturiert, sodass deutlich vernehmbar, dass der Backgroundchor im Hintergrund steht, und Grönemeyer in der Stereomitte singt. Bei schnellen Passagen im Tieftonbereich, bleibt der Klang weitestgehend stabil, eine Langsamkeit, die vielen Röhren nachgesagt wird, kann ich dem Aristaios nicht attestieren, er liegt hier auf einem Niveau mit den „Transen“.

Schwanensee Pjotr Iljitsch Tschaikowski

Der Kontrabass spielt hier im Verhältnis gesehen etwas zu laut auf. Trotzdem ist er klar ortbar, sowie die restlichen Teile des Orchesters. Eine riesige Bühne macht auch der Aristaios nicht mit dem HD650, für Klassik ist ein K701 sowieso besser geeignet. Durch die leichte Zurücknahme bzw. die Verbiegung der Höhen und die Rücknahme der Höhen des HD650 sind die hohen Geigentöne etwas zu leise. In der restlichen Detailauflösung sind keine Unterschiede wahrnehmbar.

Take Five Dave Brubeck

Ein Super Kunstkopfaufnahme, die mit den KHV richtig stimmig, rund klingt. Die Saxophone klingen durch die Röhre schön warm und weich. Dieses Gefühl, mit dem die Saxophone gespielt werden, spürt man förmlich. Einzelne Pianoanschläge Brubecks klingen sehr realistisch nach.

Die Bühne bleibt für mich an beiden Ausgängen so schön wie sie ist, Differenzen kann ich keine Vernehmen.

Mit der Röhre kann man das ganze Geschehen noch etwas entspannter verfolgen, als mit dem Marantz. Erwartet aber auch hier keine Welten.

Destiny Aristaios Testbericht

Einleitung

Wie es mit den klanglichen Unterschieden zwischen Transistorkopfhörerverstärkern aussieht, habe ich  ja schon im Vergleichstest gezeigt, in der Hoffnung deutlichere Verbesserungen bei Röhrenkopfhörerverstärker zu finden, orderte ich mir also den Destiny Aristaios. Dieser ist ein Hybrid und verfügt über 2 6AK5 Röhren. An Leistung bietet er an 300Ohm 250mW, dass sollte für meinen Testhörer, den HD650 ideal sein. Beim Kauf des Aristaios direkt vom Hersteller erleichtert Ihr euer Konto um 198€.

Lieferumfang, Verpackung:

Als die nette Postbeamte vor der Tür stand und mir das Packet überreichte, war ich zunächst überrascht von der Größe der Verpackung, da schien ja was drin zu sein: ein zweiter kleinerer Karton! Ganz oben liegt eine Schnellanleitung, in der die Inbetriebnahme des Gerätes erklärt wird. Darunter liegt ein gebundenes Heftchen, welches die englische Bedienungsanleitung darstellt. (Das Heftchen erinnert mich ein bisschen an den netten kleinen Hobbyentwickler von nebenan, der jetzt seine Produkte verkaufen will, dass dürft ihr jetzt aber nicht negativ verstehen, mir ist das eher sympathisch.)

Dann finde ich den Verstärker, der in Styropor eingebettet ist, gar nicht so leicht ihn herauszubekommen. Das geht beim Stromkabel doch wesentlich leichter von der Hand.

Zum Anschluss an eure HiFi Anlage liegt ein „Premium Blue Cinchkabel“ bei.

Verarbeitung

Klang

Als ich die HD650 an den Aristaios anschloss und die erste CD einlegte, hatte ich gleich das Gefühl, eine Platte zu hören, so klang das hier teilweise. Klanglich merkt man dem Aristaios also an, dass der analog aufgebaut ist. Gerade in Verbindung mit einem Plattenspieler werden Analogfans glücklich werden, sofern sie die Nachteile des Destiny nicht weiter stören.

Tiefton: Röhrentypisch(nach dem Klischee) leicht angehoben. Im Verbund mit einem basslastigen Ohrenschmeichler kann dies teilweise etwas zu viel des Guten sein. Für einen neutralen Hörer alà K701 ist das jedoch das nahezu perfekte Mittel um das Klangbild etwas zu entspannen. Vom Tempo des Basses liegt der Destiny gefühlt leicht hinter einem Transistor wie dem Rhinelander. Ich denke aber, dass das auf die Psychoakustik zu schieben ist. Die Präzision im Tiefton verbessert sich beim HD650 etwas, jedoch nicht um Welten, wie das gerne propagiert wird.

Mitten: Wirken aufgrund der Bassanhebung etwas zurückgenommen, was sie aber eigentlich nicht sind. In Sachen Auflösung ändert sich jedoch quasi nichts für mich, was vom Co Autor bestätigt wird.

Höhen: Die Höhen sind, wie man es von einer Röhre erwartet, leicht abgerundet. Will heißen, dass der Hochton nicht mehr ganz so brillant klingt. Gleichzeitig nimmt man dem Hochton auch etwas an Aggressivität, was das Hören entspannt, so auch hier. Jedoch sind die Höhen nicht nur leicht zurückgenommen, sie klingen auch etwas anders, wer einmal eine typische Röhre gehört hat, weiß was ich meine. In Sachen Auflösung verändert sich beim Aristaios eigentlich nichts. Im Vergleich zu einem KHV mit Höhenbetonung werden so einige Details nicht so stark herausgefiltert, das herausfiltern würde aber wie schon gesagt dazu führen, dass es nach einiger Zeit nervig klingen kann.

Einige genauere Klangberichte mit Beispielen findet Ihr unter folgendem Link: https://linearsound.wordpress.com/wp-admin/post.php?post=362&action=edit&message=6&postpost=v2

Probleme

Obwohl die Verarbeitung in Ordnung geht gibt es Mängel: So habe ich anfangs mit dem Aristaios Radio empfangen, dass legte sich nach einiger Zeit. Die Störgeräusche blieben jedoch stets vorhanden, wurden glücklicherweise geringer, wenn ich das Gerät anders postierte. Das (letzte) größere Problem ist, dass das Poti bis zu einem Fünftel der Lautstärke nicht gleichläufig arbeitet, der rechte Kanal ist deutlich lauter als der Linke.

Fazit

Die etwas deutlicheren Unterschiede die ich suchte, fand ich hier, die Verbesserungen blieben jedoch gering. An Veränderungen bietet der Aristaios eine Bassanhebung und eine Abrundung der Höhen, insgesamt einen analogen Klang. Mit einem basslastigen Hörer verträgt sich das leider nicht, wenn man aber einen neutralen Kopfhörer wie den K701 etwas spaßiger machen möchte, ist der Aristaios ein guter Kauf. Ansonsten würde ich mir wie generell bei Kopfhörerverstärkern den Kauf zweimal überlegen, da die Verbesserungen sehr gering sind und das Gerät über 2 Mängel verfügt: Die Störgeräusche und das Poti. Beides verdirbt bei leisem Hören den Genuss etwas.

Der Dauerhörer – Sennheiser HD650

Die Firma Sennheiser aus der Wedemark ist einer der bekanntesten Hersteller für HiFi Produkte, speziell von Kopfhörern und Mikrofonen, so setzen beispielsweise Jean Michel Jarre, Beyonce und Peter Maffay auf Sennheiser. Das unterstreicht die Kompetenz des Herstellers sehr eindrucksvoll. Wobei auch andere Hersteller in der Lage sind, hervorragende Produkte zu entwickeln.

Doch auch im HiFi Bereich hat Sennheiser Geschichte geschrieben: Da wäre zum Einem der HD414, der erste offene Kopfhörer, der die Welt erblickte und laut Sennheiser der meistverkaufte Kopfhörer der Welt ist. Eine weitere Legende kommt ebenfalls aus dem Hause Sennheiser: Der Sänger und Dichter aus der griechischen Mythologie Orpheus. Die offizielle Benennung lautet He 90/ HE V90 . Sennheiser beauftragte seine Ingenieure damit, um jeden Preis den besten Kopfhörer, den die Welt je zu Gesicht bekommen würde, zu entwickeln. Herausgekommen ist 1991 die legendäre Kombination aus HEV 90(der Röhrenverstärker) und HE90, diese Ohrenschmeichler waren auf 300 Stück limitiert und kosteten schlanke 30000 DM. Klanglich soll er eine enorme Wucht sein.(Ich konnte ihn leider noch nie hören) Der neue HD800, der inoffizielle Nachfolger des Orpheus ist einer der wenigen Kopfhörer die ebenfalls diese Klangqualität bietet(Ein Test des HD800 ist ebenfalls geplant, wenn ich ein Testmuster bekomme) Mit dem HD25 hat Sennheiser einen DJing Kopfhörer im Programm, der von vielen DJs genutzt wird.

Am 5. Dezember 2003 releasten die Wedemarker einen Kopfhörer, der lange Zeit Sennheisers Topmodell darstellte, der Sennheiser HD650. Nachdem er nun schon 9 Jahre auf dem Markt ist und bald 10 Jahre alt wird, werde ich ihn einem Test unterziehen, der zeigen wird, inwiefern der HD650 seiner ehemaligen Rolle auch gerecht wird.

Wichtig ist zu wissen, dass es mehrere Versionen des HD650 gibt, da Sennheiser die Treiber weiter verbessert hat, ich besitze die neueste Version aus dem Jahre 2009.

Technik

Fangen wir zuerst einmal mit der Technik an, hierzu ist es zunächst einmal sinnvoll sich die technischen Daten anzusehen:

Nennimpedanz:                        300 Ohm

Andruckkraft:                           2,5 Newton

Gewicht:                                    260 Gramm

Klinkenstecker:                       6,3mm(3,5mm Adapter mitgeliefert)

Kabellänge:                              3 Meter

Wandler Prinzip:                      Dynamisch, Offen

Bauweise:                                 Ohrumschließend

Frequenzgang                         10 – 39500 Hz

Schalldruckpegel bei 1 KHz: 103 dB

Klirrfaktor bei 1 KHz:             0,05%

Soweit die Technischen Daten, die man jedoch mit Vorsicht genießen sollte. Nun zu der weiteren Technik:

Die 40mm Treiber sind paarweise handselektiert(im Bereich von +- 1 dB tolerierte) und stellen eine Weiterentwicklung der HD600 Treiber dar. Sie sind in einem offenen System eingebaut und mit einem 2 adrigen, beidseitig geführten Kabel, bestehend aus OFC, angeschlossen. Das Kabel ist löblicherweise abnehmbar bzw. steckbar, sodass ein Kabelbruch kein Problem darstellten sollte. Am Ende des Kabels ist ein 6,3mm Klinkenadapter angebracht, der vergoldet ist und einen guten Eindruck macht. Laut Sennheiser ist das Kabel aufgrund einer Kevlarverstärkung bruchsicher.

Die Nennimpedanz liegt bei 300 Ohm, was dafür sorgt, dass der Kopfhörer trotz eines guten Schalldruckpegels von 103dB nicht leicht anzutreiben ist.. 300 Milliampere möchte der Sennheiser schon haben, weshalb sich der Einsatz eines Kopfhörerverstärkers bezahlt macht. Ein potenter guter Kopfhörerausgang reicht jedoch auch aus, wobei ein Kopfhörerverstärker eine kleine Verbesserung darstellt.

 

Optik

Nun zu der Optik:

Der Kopfhörerbügel ist glänzend anthrazit lackiert, darauf prangt in weißer Schrift das Sennheiser Logo, sowie der Name der Firma, Sennheiser. Die Bügel sind verstellbar, wenn man den Hörer für größere Köpfe anpassen möchte, kommt ein schwarzes Metallband zum Vorschein, welches sich gut in den Gesamteindruck einfügt. Die Ohrmuscheln sind verstellbar und ebenfalls grau lackiert. Vor den Treibern ist, wie nicht anders zu erwarten, ein anthrazit farbiges Schutzgitter, durch welches man die Treiberkonstruktion sieht. Wer den Treiber nicht sehen möchte, dem sei folgende Modifikation nahegelegt: http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&forum_id=110&thread=2622&postID=0#0 (am besten nach m00k00h’s Beiträgen suchen)

Die schwarzen Velourspolster sind austauschbar und an schwarzen Ringen befestigt, an denen auch die Schutzgitter befestigt sind.

Das schwarze Kopfhörerkabel ist beidseitig geführt und Gott sei Dank steckbar, somit heißt ein Kabelbruch, wie er häufiger auftritt, nicht, dass man den Kopfhörer entsorgen muss.

Verarbeitung:

Der Kopfhörer ist sehr hochwertig verarbeitet, nichts knarzt oder stinkt(wie beim AKG K550). Andere User sollen hingegen Probleme mit dem Knarzen haben. Einen negativen Punkt gibt es jedoch noch, dieser tritt bei einigen Sennheisermodellen auf: Das Lackproblem. Auch beim HD650 blättert der Lack trotz sanfter und ordnungsmäßiger Lagerung an einigen Stellen am Kopfband ab, hier gilt es für Sennheiser dringend nachzubessern.

Lieferumfang:

Der HD650 wird in einer silbernen Pappschachtel geliefert, in dieser steckt eine stabilere, ebenfalls silberne Transportbox. Darin liegt der HD650 sicher in Schaumstoff eingebettet.

Zum Lieferumfang gehört:

Der HD650

Ein Handbuch

Garantiebeleg bzw. Zertifikat

6,3mm auf 3,5mm Klinkenadapterkabel(vergoldet)

Klang

Sennheiser besitzt seit langer Zeit eine spezielle Firmenabstimmung, die von vielen Kopf-Hörern liebevoll als Sennheiser Teppich bezeichnet wird. Diese Abstimmung tritt vor allem bei den Sennheiserkopfhörern bis zum HD598 auf. Beim HD600/650 hat Sennheiser es geschafft, diesen Teppich größtenteils zu beseitigen, so hat man nicht mehr das Gefühl, dass sich zwischen Hörer und Bühne ein Vorhang befindet. Dieser Vorhang wird von vielen Usern als störend empfunden, weil er dafür sorgt, dass Alles etwas verwaschen klingt.

Points Of Authority Linkin Park

Dies ist ein sehr kraftvoll gesungenes Lied von Linkin Park, welches noch aus der Vorloudnesswarzeit stammt, deshalb ist hier die Dynamik zwar nicht überragend aber dennoch in Ordnung. Im Refrain hört man an den geschriehenen Stellen sehr schön, wie die Stimmbänder von Chester Bennington flattern. Das Schlagzeug wirkt in diesem Stück mit dem HD650 sehr groß, es ist quasi über die ganze hintere Bühne verteilt, trotzdem wird es ziemlich sauber dargestellt, wobei der HD650 bei einigen schnellen Passagen teilweise nicht richtig hinterherkommt. Der Gesang, die Mitten werden sehr gut wiedergegeben, hier liegt die Stärke des HD650, in der Stimmwiedergabe. Die E-Gitarren wirken leider teilweise nicht ganz klar, so als wäre eben dieser Vorhang vor den Gitarren

Hero Enrique Iglesias

Hier kann man die Akkustikgitarre sehr schön am rechten hinteren Bühnenteil orten, dahinter sitzen noch einige Streicher, vorne auf der Bühne steht der Sänger, dass alles ist mit dem HD650 feststellbar. Lieder breitet sich die Bühne weitestgehend nur im Kopf aus. Der Gesang von Iglesias wird sehr emotional übertragen, Gänzehautfeeling pur. Des Weiteren werden die mittelhohen Gitarren Töne sehr klar und deutlich wiedergegeben – ich selber spiele Gitarre und bemerke somit, dass die hohen Töne der Gitarre leicht zurückgenommen sind, genauso wie die Streicher, die sanft im Hintergrund spielen, das hat den Nachteil, dass der Kopfhörer nicht mehr so analytisch klingt. Der Vorteil liegt darin, dass man mit dieser Abstimmung stundenlang entspannt musikhören kann, was mit einem DT880 oder K701 nicht immer der Fall ist.

Finsternde Zeit Herbert Grönemeyer

Hier hört man am Anfang des Stückes sehr schön, wie die rechts und links auf der Bühne platzierten Gitarre mit einem harten Plektrum gespielt werden, das Plektrum schnellt sehr sauber über die Seiten, was bei sehr weichen Plektren leider nicht immer der Fall ist – Kompliment an die Musiker. Die Hi-Hat des Schlagzeuges ist hier für meinen Geschmack etwas zu leise, dafür kommen die restlichen Teile des Schlagzeuges sehr gut zum Vorschein. Grönemeyers Stimme wird hier, wie bei fast allen Stücken sehr natürlich dargestellt. Die Effekte sind alle hörbar und werden nicht verschluckt, wobei ein DT880 die Effekte deutlicher zu Tage fördert.

It’s A Hard Life Queen

In diesem Stück gibt es einen sehr hohen Lautstärkeunterschied zwischen den Strophen und dem Refrain, diesen stellt der HD650 genauso da, wie ich mir das wünsche. Freddy Mercurys einzigartige kraftvolle Stimme stellt der HD650 so dar, wie ich es von den Livekonzerten gewohnt bin. Die Gitarrensoli gibt der HD650 ebenfalls sehr natürlich dar, wobei ich mir einen etwas strafferen Grundton wünschen würde. Negativ ist mir aufgefallen, dass das das Piano zu weit in den Hintergrund tritt – lautstärkemässig.

Don’t Stop me Now Royal Philharmonic Orchestra

Hier hört man ganz am Anfang des Liedes, wie ein Zuschauer links im Publikum hustet. Der Drive des Stückes wird super übertragen, der Fussmitwippfaktor steigt. Was dem HD650 bei Klassik jedoch fehlt sind die brillanten Höhen, die ein DT880 bietet. Denn im Klassikbereich wirken sich die zurückgenommenen Höhen negativ aus. Das führt glücklicherweise dazu, dass ich mit dem HD650 über Stunden Symphoniekonzerte hören kann. Was dem HD650 bei Klassik ebenfalls fehlt, ein K701 aber bietet, ist eine enorm breite Bühne, beim HD650 klingt es stellenweise so, als ob das Orchester in einem kleinen Raum und nicht in einem Konzertsaal spielt. Die genaue Position der Instrumente lässt sich deshalb nur in etwa erahnen. Dafür schafft es der HD650 die Dynamik gut herüberzubringen, was dazu führt, dass es ordentlich rumst, wenn ein ganzes Orchester spielt. In Sachen Feindynamik muss sich der HD650 jedoch den anderen Beiden der “großen Drei” geschlagen geben, diese fördern kleine Lautstärkedetails noch feiner heraus.

Let it Be The Beatles

Dieses Lied hat, da ich es auf Vinyl habe, ein Grundrauschen, welches der HD650 nicht verschweigt. Das Klavier der Band ist gut zu orten, man bemerkt ebenfalls schnell, dass John Lennon rechts vor dem Klavier steht und im rechten Hintergrund der Backgroundchor steht. In der hinteren Mitte der Bühne steht das Schlagzeug, auch hier ist die Hi-Hat für meinen Geschmack zu leise. Dafür hört man sehr schön, wie sich am Anfang des Stückes Lennons Stimme im Raum ausbreitet.

Hörbücher: Die Drei Fragezeichen

Hier geht es mir größtenteils um die Verständlichkeit. Wie Ihr im Verlauf des Tests sicherlich bemerkt habt, sind die Stimmen die Stärke des HD650. Das bestätigt sich hier deutlich, man kann alle Protagonisten sehr klar und deutlich verstehen. Aufnahmefehler deckt der HD650 schonungslos auf.

Filme und Computerspiele

Filme werden vielleicht noch zum Bericht hinzugefügt, ebenso wie Computerspiele, wobei ich der Meinung bin, dass der HD650 sich aufgrund seiner leichten Grundtonbetonung auch hier gut schlägt.

Fazit:

Der HD650 ist ein guter Kopfhörer für KopfHörer die lange entspannt Musik hören möchten, ohne das Ermüdungserscheinungen auftreten. Diese entspannte Wiedergabe wird dadurch erzeugt, dass der Kopfhörer leicht zurückgenommene Höhen und einen leicht betonten Grundton besitzt. Dies hat sowohl seine Vor-als auch Nachteile hat. So ist der HD650 für Rock, Pop und Metal sehr gut geeignet. Für Klassik und Jazz ziehe ich jedoch einen AKG K701 oder DT880 vor, da diese noch präziser klingen. Die Stärken des HD650 sind in den Mitten und der Stimmwiedergabe zu finden, da kann er in Sachen Auflösung sogar einen K701 schlagen, mindestens gleichziehen. Die großen Schwächen sind der etwas unpräzise Bass, sowie die ebenfalls nicht immer schönen Höhen. Ebenfalls ein Nachteil, welcher mit Crossfeed etwas verbessert werden kann, ist die im Vergleich zu anderen Kopfhörern schwache Bühne. Aufgrund all dieser Tatsachen, sehe ich den HD650 als „Dauerhörer“ an, der jedoch den Nachteil seines deftigen Preises von 350€ besitzt. Deshalb ich euch zum Probehören rate, denn Alles was ich hier berichtet habe, ist subjektiv.

Mit wohlklingenden Grüßen

euer Blogteam

Sind Kopfhörerverstärker sinnvoll? Eine kleine Übersicht

Die einen schwören darauf, die anderen meinen es sei Voodoo, gemeint sind nicht Kabel, nein es geht um kleine Kästen, welche versprechen, den Klang eines Kopfhörers zu verbessern und den Kopfhörer lauter spielen zu lassen. Diese kleinen Kästchen werden von der HiFi-Branche auch liebevoll Kopfhörerverstärker genannt. Diese existieren in fast jeder erdenklichen Preisregion. Diese Geräte gibt es sowohl portabel, als auch stationär. Desweiteren kann man die Geräte in 3 große Klassen aufteilen: 1. Die Transistoren sie sind am weitesten verbreitet, sie benutzen Operationsverstärker zum Verstärken des Singnales sowohl in der Vorstufe als auch in der Endstufe. Den meisten dieser Geräte wird generell ein sehr neutraler Klang nachgesagt, was jedoch nicht so richtig stimmt, denn es gibt warme KHVs (z.B. Corda Swing), kalte KHVs und neutrale KHVs(Lehmann Rhinelander). Wie ein Modell klingt, hängt immer vom Gerät und dem verwendeten Kopfhörer ab. Hier ein paar Transistorverstärker:

  1. B-Tech BT928 Preis: früher 5€, jetzt 30€(ist/war eher etwas für Modder)
  2. CMOY Preis: 30€-60€(je nach Version)
  3. Dynavox CSM-112 Preis: 60€-80€
  4. Pro-Ject Headbox II Preis: 100€
  5. Lake People G93 Preis: 230€
  6. Corda Swing Preis: 245€
  7. Creek OBH-21 Preis: 250€
  8. Amity HPA 9 Preis: 250€
  9. Lehmann Black Cube Linar Preis: 700€

2. Hybride sie sind die kleineste Gruppe und eher ein Randgruppe. Sie sind so aufgebaut, dass sie meistens eine oder 2 Röhren als Vorstufe nutzen. Die Endstufe bilden Operationsverstärker, es gibt jedoch auch Geräte, bei denen es umgedreht ist. Die meisten bzw. fasst alle Hybride haben den Hauch des warmen Röhrenklanges, sind jedoch trotzdem relativ neutral. Wie genau sie klingen ist wieder vom Gerät und genutzem Kopfhörer abhängig. Hier ein paar Hybridverstärker:

  1. Vincent KHV-111 Preis: 270€
  2. Schit Lyr Preis: 449 Dollar
  3. Vincent KHV-1 Preis: 749€

Es gibt noch weitere Hybriden, vorallem im chinesischem Raum. 3. Röhren sie sind die 2. größte Gruppe. In ihnen werkeln meistens 2 12AX7 Röhren als Vorstufe und auch 2 12AX7 Röhren als Endstufe. Die Röhren sind meistens austauschbar (Fachbegriff Tube-Rolling), können deshalb gegen Wertigere oder besser gefallende Röhren ausgetauscht werden. Ganz wichtig ist, von wo die Röhren kommen, die schlechteste Qualität haben die Röhren aus China, besser sind Europäische, Amerikanische und Russische. Oftmals gibt es die selben Röhren aus verschiedenen Ländern mit Qualitätsunterschieden, die oft auch hörbar sind. Röhrenverstärker klingen sehr warm/Analog, wobei man das auch nicht generell sagen kann, denn ist wie immer vom Gerät und Kopfhörer abhängig. Hier ein paar Röhrenverstärker:

  1. Diverse Little Dot Modelle Preis: ab 99 Dollar, empfehlenswert ist der MKIII für 199€ wenn man sich einen Little Dot kauft, sollte man vom Konzern direkt über den Verkäufer: davidzhezhe kaufen
  2. Shiit Valhalle Preis: 349 Dollar

Im europäischen und chinesischen Raum gibt es noch viele weitere, für näheres sollte man sich an Headfi oder das Hifi-Forum wenden. Was für eine der 3 Klassen man nimmt, muss man selbst entscheiden, durch Probehören. Generell kann man sagen, dass man keinen warmen Kopfhörer an einem warmen KHV betreiben sollte, gerade im Hochton wird es nach einiger Zeit nervig und verdirbt einem den ganzen Spass. Es gibt jedoch auch Leute, die diese Kombination mögen, deshalb ist Probehören unbedingt notwendig, der folgende Vergleich sollte lediglich als Orientierung dienen. Generell sollte man einen KHV erst dann in Erwägung ziehen, wenn man entweder keinen Kh-Ausgang am Verstärker oder Cd-Player hat, oder einen sehr hochwertigen Kopfhörer (ab ca. 200€) besitzt. Meistens führt ein Kopfhörerverstärker zu einem klareren Klangbild, vorallem im Bassbereich. Hinzu kommt noch eine Verbesserung der Bühne, man sollte jedoch nicht zu viel erwarten, denn ein KHV ist auch keine Wunderwaffe, so wie man es oft liest. So nun zu meinem Vergleich: Verglichen habe ich den Pro-Ject Headbox II für 100€, da ich auf einen Einsteigertipp gehofft habe und mit Pro-Ject bis jetzt immer gute Erfahrungen gemacht habe. Des Weiteren habe ich mir einen Lehmann Rhinelander, welcher 370€ kostet und in Deutschland produziert wird ausgehliehen, er soll in etwa so klingen wie ein Meier Corda Swing nur nicht so warm, dafür wird er im Gegensatz zum Corda, der in China produziert wird, in Deutschland produziert. Der dritte im Bunde ist ein Heed CanAmp, dieser kostet 379€ und ist laut Art&Voice ein Geheimtipp. Der CD-Spieler ist ein Marantz CD5004, dessen Klinkenbuchse besitzt einen NJM2068 als Kopfhörerverstärler. Im Folgenden habe ich die technischen Daten und ein paar Bilder eingefügt. Alle Kopfhörervestärker zusammen:

Pro-Ject Headbox II Technische Daten:

  • Leistung: 330mW/30 Ohm, 60mW/300 Ohm
  • Kopfhöreranschluss: > 30 Ohm
  • Fremdspannungsabstand: 87dB (100dB- IEC- A) bei Vollausteuerung
  • Klirrfaktor: 0,005%
  • Verstärkung: 11dB
  • Kopfhörerbuchse: 3-polige Klinkenbusche Ø 6,3mm
  • Netzanschluss: Steckernetzteil, 16V, 500mA AC; 220-240V, 50Hz
  • Stromaufnahme: 16V/ 120mA AC
  • Abmessungen: 103 *38 * 141mm
  • Gewicht: 600g ohne Netzteil

Verarbeitung:  Die Verarbeitung der kleinen Kiste ist hervorragend, an keiner Stelle wurde Kunststoff verwendet. Der Großteil des Gehäuses besteht aus leicht angerautem(wie Schleifpapier) Metall, bzw. Aluminium. Die Frontplatte ist massiv und wird von 2 Schrauben gehalten. Das Potentiometer schleift ein bisschen, dass ist jedoch nicht weiter tragisch. Was ich etwas schlimmer finde, ist das die 6,3mm Klinkenbuchse nicht vergoldet ist, das finde ich nicht aus klangtechnischer Sicht schlecht, sondern deshalb, weil das verwendete Material warscheinlich irgendwann oxidiert. Das merkwürdige ist, dass die 2 Cinchbuchsen(1*Line in und 1* Line Out) an der Rückseite vergoldet sind. Leider ist kein An-und Ausschalter vorhanden.

Kommen wir nun zum wichtigen, dem Klang: Was mir zuerst aufgefallen ist, ist das hohe Grundrauschen, dass fällt vorallem bei Klassik in leisen Passagen auf. Dieses Rauschen besitzt nicht einmal der CD-Spieler Ausgang. Doch nicht nur bei Klassik fällt dass ins Gewicht, auch bei sonstigen Aufnahmen, sofern es keine extrem lauten Lieder sind, fällt es etwas nervend auf, hier sollte Pro-Ject unbedingt nachbessern. Große Unterschiede zum CD-Player Ausgang sind nicht auszumachen, außer dass die Räumlichkeit ein bisschen besser war, dass ist vorallem bei Dave Brubeck Take Five aufgefallen. Noch deutlicher wird es bei der Linkin Park Live in Texas CD, denn dieses Konzert wurde für ein Rock-Konzert sehr gut aufgenommen, dort hört man sehr schön, dass Chester Bennington sehr gerne auf der Bühne herumläuft, genauso wie Brad Delson, das ist jeodch auch ohne Kopfhörerverstärker hörbar. Ein weiteres Teststück war Tschaikowskys Capriccio Italien Op45, eines meiner Lieblingsstücke, dort wird die Bühne etwas breiter,(Nuancen)meiner Meinung nach ist das aber keine große Veränderung. Außerdem habe ich das Gefühl, dass der Bassbereich ganz leicht betont wird, dass sind jedoch nicht reproduzierbare Nuancen. An den Höhen und Mitten ändert sich nichts. Diese sind ja auch (vorallem die Mitten) die Stärken des HD650. Die meisten Unterschiede sind nicht reproduzierbar, sodass ich sagen kann, dass die Headbox II nicht viel bis gar nicht besser klingt als der CD5004.

Fazit: Die Pro-Ject Headbox II ist für ihren Preis von 100€ nicht empfehlenswert, zu heftig wirkt das Grundrauschen ein, hinzu kommt noch, dass kaum klangliche Unterschiede zu spüren sind, bzw. dass diese den Aufpreis nicht Wert sind, gegenüber meinem CDP-Ausgang. Das alles kann die Headbox II auch nicht mit ihrer erstklassigen Verarbeitung wettmachen, der einzige größere negative Punkt ist, dass es keinen On-Off- Schalter gibt. Deshalb würde ich die Headbox II nur für Leute empfehlen, die keinen Klinkenausgang besitzen und aus diesem Grund einen billigen Kopfhörerverstärker suchen, wobei man dann auch schon über einen Cmoy oder B-Tech nachdenken kann.                                                                                                                                                                                          Heed CanAmp Technische Daten:

  • Eingangsspannung/Impedanz: 200mV/10kOhm
  • Ausgangsleistung: 900mW (8 Ohm)
  • Rauschabstand: 95 dB
  • Klirrfaktor:<0,5% (900mW/1kHz)
  • Frequenzgang: 10Hz-50kHz)

Verarbeitung: Der CanAmp ist mit Abstand der schwerste der 3, da sein Netzteil intern ist, dementschprechend wird er handwarm. Die Front ist Klaviermäßig gehalten, die Kopfhörerbuchse ragt leicht aus dem Gehäuse heraus. Das Potentiometer ist glänzend silber und lässt sich sauber drehen(ich meine das ist ein ALPS). Hinten gibt es glücklicherweise einen an und aus Schalter. Die Cinchbuchsen sind in der selben Anzahl wie beim Pro-Ject vorhanden und ebenfalls vergoldet. Der Rest des Gehäuses besteht aus dem selben Material wie das der Headbox II.

Klang: Warm, dass ist das Stichwort, wenn es um den Heed geht. Die Höhen sind etwas  angehoben, der Bass wird ebenfalls leicht betont. Ersteres hat bei mir dazu geführt, dass ich nicht so lange wie sonst Klassik hören konnte, weil die Streicher ein bisschen genervt haben, der warme Klang und die HD650 vertragen sich nicht so gut. Mit einem neutralem Kopfhörer (z.B. AKG K701) ist diesse leichte Höhen und Bassanhebung bestimmt kein Problem, nur warme Kopfhörer und warme KHV’s vertragen sich halt leider nicht. Bei Rock und Popmusik fällt das nicht so ins Gewicht, dort stört die Höhenanhebung nicht weiter. Das Grundrauschen ist gleich null. Er ist klanglich etwas oberhalb des Pro-Ject anzusiedeln, jedoch ist er nicht viel besser. Um die Unterschiede zwischen CD-Player und CanAmp zu hören, muss man sich sehr anstrengen. Der Heed sorgt für etwas straffere, präzisere Bässe, und etwas feinere Höhen, der Mittelton bleibt unverändert, ich denke jeodch, dass hier die Psychoakkustik deutlich mit rein spielt. Diese Veränderungen fallen besonders bei Don’t Stop me Now von Queen auf, wo das Klavier einfach etwas sauberer rüberkommt, natürlicher, der Song bekommt einfach mehr Tempo(ich hoffe, ihr wisst, was gemeint ist, ich weiß einfach nicht, wie ich es ausdrücken soll) Der straffere Bass wird besonders bei We will rock you von Queen auf, dort ist der Kopfhörer einfach etwas schneller bei den Bässen, dazu kommt, dass auch hier das Schlagzeug sauberer dargestellt wird. Bei Amy Macdonalds This Pretty Face fällt der saubere Klang am Anfang ebenfalls auf, weltbewegend sind die Unterschiede jedoch nicht, sodass man sich schon sehr anstrengen muss um die Unterschiede zu hören. Was das absolute No-Go ist, welches mir erst später aufgefallen ist, ist dass das Kästchen NDR2 empfängt. Ich weiß nicht warum, aber man konnte die ganze Zeit leise Radio hören, egal wo hin ich ihn gestellt habe, Störquellen habe ich auch keine. Wahrscheinlich sind die Kabel innen sehr schlecht abgeschirmt. Was ich auch merkwürdig finde, dass ich hier nur ganz schlechten UKW-Empfang habe, über den Heed gibt es aber keine Aussetzer. Gerade wenn man leise Musik hört, nervt das gewaltig.

Fazit: Durchgefallen. Das erste negative ist, der mit dem HD650 nach einiger Zeit nervigem Hochton.(das kann mit anderen Kopfhörer anders sein) Der Bass ist sehr schön, der Hochton löst auch nicht schlecht auf, er nervt nach einiger Zeit nur leider einfach. Dazu kommt noch der Radioempfang, derart schlecht geschirmte Kabel in einem 380€ Gerät ist eine Schande. Diese beiden No-Gos kann er auch nicht mit dem ansonsten guten Klang(etwas besser als der CD5004) nicht wettmachen. Für 380€ ist er absolut überteuert und nicht empfehlenswert.

Lehmann Audio Rhinelander

  Technische Daten:

  • Eingangsimpedanz: 47 kOhm
  • Maximale Verstärkung: 6dB, 20dB (intern per Jumper wählbar, Standart 6dB)
  • Frequenzgang: 10Hz (-0.3dB) bis 35 kHz (-1dB)
  • Rauschabstand: >95dB bei 0dB Gain
  • Kanaltrennung: >70dB/10kHz
  • Ausgangsleistung: 120mW
  • Ausgangsimpedanz: 5 Ohm
  • Leistungsaufnahme: ca. 3W, externes Steckernetzteil (Gleichrichtung, Siebung und Regelung der Gleichspannungen erfolgen auf der Audioplatine)
  • Abmessungen: 280 x 110 x 44 mm (nur Gehäuse)
  • Steckverbinder: Neutrik Kopfhörerbuchsen, 6.35 mm mit vergoldeten Kontakten // Vergoldete Cinchbuchsen
  • Gewicht: ca. 1.0 kg (inkl. Netzteil)
  • Frontplatte: Aluminium eloxiert, silber oder schwarz

Verarbeitung: Sehr gut, man merkt, dass das Gerät in Deutschland produziert wird. Das Potentiometer dreht sehr sauber, an der Front ist ein Umschalter für 2 Quellen, per internem Schalter kann man den Rhinelander zum Vorverstärker machen(dieses Feature bieten die anderen auch an). Etwas merkwürdig ist, dass um die die vergoldeten Cinchbuchsen noch ein halber Centimeter freier Platz, sodass staub eindringen kann. Wie sich das mit Korrosion verhält, kann ich euch nicht sagen, ich vermute jedoch, dass das Ganze der Haltbarkeit nicht sonderlich gut tut. Ansonsten ist alles top, die rechte, obere und linke Seite bestehen aus einem Block. Was schade ist, ist das es keinen An-Ausschalter gibt.

Klang: Sehr neutral. Der Lehmann ist der AKG unter den Kopfhörervestärkern, er lässt die Musik genauso wie sie aufgenommen wurde. Hier ist ebenfalls kein Grundrauschen vorhanden, Radio empfange ich auch nicht. Auch hier fällt es mir schwierig Unterschiede zu den anderen Geräten zu hören. Im Vergleich zum Pro-Ject und Marantz ist der Bass etwas genauer, das fällt auch hier bei We will rock you auf, die Verbesserung ist für meine Ohren gleichzustellen mit dem CamAmp. Die Bühne wird etwas detaillierter und größer, wie mir beim ersten Hören von Schwanensee auffiel, dort hat man teilweise das Gefühl, dass das Orchester sich über das ganze Zimmer verteilt. Die In-Kopfortung wird etwas verbessert. Zudem werden die Instrumente etwas besser differenziert, sodass man sie genauer Orten kann, beim Vitamin String Quartet bspw. kann man genauer hören, wo die 4 Musiker sitzen, bei Livekonzerten verstärkt sich dieser Eindruck noch weiter, beim Live at Wembly Album von Queen merkt man einfach ganz genau, wo die Protagonisten gerade sind, ohne die DVD zu sehen(welche ich auch besitze). Die große Stärke des Sennis, die Mitten bleiben unverändert. Hinzu kommt noch, dass die Höhen etwas feiner werden, sodass Streicher in großen Orchestern noch beeindruckender klingen. Insgesamt, verbessert der Rhinelander den “Drive” der Musik etwas, z.B. Bei Carl Orffs Carmina Burana, O Fortuna sorgt es für noch mehr Gänsehaut, wenn das komplette Orchester und die Sänger spielen. Er verstärkt genauso, wie es ein Verstärker tun sollte, ohne Eigenklang. Letzten Endes bleibt zu sagen, dass auch hier die Verbesserungen nicht übermäßig groß sind, aber vorhanden und reproduzierbar. Das liegt größtenteils daran, dass mein CD5004 bereits einen guten internen KHV besitzt. Im Vergleich zum Kopfhörerausgang des SU-VX700 verbessert sich der Klang dann doch stärker, sodass ich ihn behalten hätte, wenn ich nicht schon einen integrierten hätte.

Fazit: Falls man wenn man keinen Kopfhörerausgang hat einen Kopfhörerverstärker braucht, würde ich diesen nehmen, weil er eigentlich keinen großen Negativpunkt hat außer dass es keinen An-Ausschalter gibt. Dazu kommt, dass er den Fluss der Musik fördert, sodass der HD650 noch mehr Spass macht. Hinzu kommt, dass der gesamte Klang natürlicher, klarer wird.

Generelles Fazit: Von den 3 hat die Pro-Ject Headbox II am schlechtesten abgeschnitten, diese ist nur dann empfehlenswert wenn man keinen Kopfhörerausgang hat und einen billigen Kopfhörerverstärker braucht. Man muss fairerweise auch sagen, dass die anderen Geräte 3* soviel kosten wie der Pro-Ject. Der Heed CanAmp ist nur etwas über dem Pro-Ject anzusiedeln, aufgrund der gravierenden Schwächen. Am besten schneidet der Lehmann Rhinelander ab, da er keine großen Schwächen hat, auch er ist kein Preis/Leistungshit, da auch er 370€ kostet und das ist meiner Meinung nach zu viel für die kleine Verbesserung. Gegenüber dem Ausgang meines Technics ist die Verbesserung den Preis ebenfalls nicht wert. Generell würde ich mir den Kauf eines Kopfhörerverstärkers 2* mal überdenken, da die oft als riesig beschriebenen Unterschiede zumindest an meiner Kette für mich sehr klein sind, zuviel für den Preis. Dass alles wurde wie schon geschrieben, mit einem Marantz CD5004 getestet, der schon einen kleinen Kopfhörerverstärker hat, es kann also sein, dass an anderen Klinkenausgängen der Unterschied größer ist. Als Kopfhörer diente ein Sennheiser HD650. Wie immer ist Probehören das sinnvollste was man tun kann. Letztendlich bleibt noch zu sagen, dass Kopfhörerverstärker meiner Meinung nach etwas für Perfektionisten sind, die nochmal das letzte Quäntchen aus ihrem Kopfhörer holen wollen. Wobei hier die Psychoakkustik deutlich mit reinspielt, bei Blindtests, waren die oben beschriebenen Unterschiede dann sozusagen fast verschwunden.

Als letztes möchte ich nochmal der Alex Giese GmbH und Art& Voice Hannover danken, die mir die KHVs freundlicherweise ausgeliehen haben.

Sennheiser PC360 Testbericht

Ich habe in den letzten Wochen die Ehre gehabt, ein freundlicherweise von Sennheiser bereitgestelltes Testmuster ihres neuen Gaming-Headsets, dem PC360 zu testen.

Alles was ich zum Thema Klang und Tragekomfort schreibe, ist subjektiv. Ich versuche jedoch möglichst objektiv zu sein. Dies ist leider nahezu unmöglich, da jeder Mensch anders hört und einen anderen Geschmack hat. Deshalb sollte man diesen Bericht in Sachen Klang und Tragekomfort als groben Richtungsweiser sehen.

Was ebenfalls wichtig zu wissen ist, ist die Kette an der ich das Headset getestet habe: Zum einen habe ich am PC eine Asus Xonar Essence STX benutzt, des Weiteren habe ich meinen Marantz CD5004 und meinen Technics SL-1210 (mit Ortofon MC NR2) welcher an einem Technics SU-VX 700 hängt als Quelle verwendet.

Informationen zum PC360G4ME

Das PC360 wurde im Juni 2010 offiziell vorgestellt und richtet sich an Gamer, apropos Gamer, das Headset wurde vom E-Sport Team mTw mitentwickelt. Ob dies gefruchtet hat, werde ich im Folgenden erläutern, zuvor noch einige technische Daten:

Bauweise: Offen bzw. Halboffen

Ohrpolster: Velours

Kabellänge 3m

Gewicht: 300 g

Anschlussstecker: 2* 3,5mm vergoldete Klinkenstecker

Kopfhörer

Frequenzgang: 15- 28.000hz

Widerstand: 50 Ohm

Schalldruckpegel(bei 1khz): 112dB

Mikrofon

Frequenzgang: 50 – 16.000 Hz

Richtcharakteristik: Noise Canceling

Widerstand: 2000 Ohm

Empfindlichkeit n. 121 TR 9-5: -38dBV/Pa

Verpackung

Auf der Verpackung des PC360 prangt neben einem Bild des Headsets G4Me in goldener Farbe, auf dem oberen Teil der Verpackung sind einige Vorteile des Produktes aufgelistet. In meinen Augen wirkt die Verpackung nicht wirklich edel, da spricht mich die schlichte Verpackung bspw. eines HD650 wesentlich mehr an. Von vielen Freunden durfte ich aber hören, dass sie diese Verpackung sehr gelungen finden. Jedem das Seine. Nachdem man diesen Verpackungsteil hinter sich gelassen hat, kommt eine schwarze Kartonbox zum Vorschein, in ihr lagert auf einem „Bügel“ das Headset, welches in Folie eingeschweißt ist. Außer dem Headset legt Sennheiser nichts Weiteres in die Verpackung. Ein Adapter von 3,5mm Klinke auf 6,3mm Klinke hätte mich gefreut, wobei die Zielgruppe für dieses Produkt wohl keine 6,3mm Klinkenanschlüsse benutzt.

Das Auspacken des Headsets geht glücklicherweise ziemlich schnell von sich und ist nach wenigen Schritten abgeschlossen.

Verarbeitung

Die Verarbeitung des PC360 geht vollkommen in Ordnung. Schade ist, dass Sennheiser bei der Materialwahl teilweise Plastik einsetzt. Das fühlt sich gerade bei dem Lautstärkeregler an der rechten Ohrmuschel nicht gerade hochwertig an. Des Weiteren sieht und fühlt sich der Mikrofonarm nicht sonderlich edel an. Der Rest des Headsets fühlt sich sehr wertig an.

Tragekomfort

Im Gegensatz zum Vorgänger dem PC350 hat sich der Hersteller hier für eine offene Bauweise mit Velourpolstern entschieden. Das sorgt dafür, dass die Ohren nicht anfangen zu schwitzen, so bleibt immer ein „frischer Wind“ um die Ohren.  Der Anpressdruck ist so gewählt, dass das PC360 nicht rutscht, aber auch nicht drückt. Was mich persönlich stört ist, dass der Kopfhörerbügel bei mir oben trotz des Polsters auf den Kopf drückt, bzw. relativ hart ist. Das ist beim bspw. HD650 wesentlich schöner gelöst. Mit der Zeit wird dieses Problem aber zunehmend besser, ob es ganz verschwindet vermag ich nicht zu sagen.

Klang

Nun zum wichtigsten Punkt, dem Klang. Hier ist erneut anzumerken, dass der Klang von jedem anders empfunden wird.

Mit folgenden Stücken habe ich getestet:

Hero Enrique Iglesias

Hier ist die Räumlichkeit für den Preis sehr gut, man hört sehr schön, dass der zupfende Gitarrist links sitzt und dass ein paar Streicher hinter dem Sänger sitzen. Die Instrumente werden sehr schön dargestellt, wobei auch hier eine Betonung auf dem Grundton vorliegt. Leider fehlt es dem PC360 etwas an Auflösung, sodass die Streicher und die Gitarre einfach etwas unsauber klingen.

No Surrender, Live 1975-1985, Bruce Springsteen

Hier ist Bruce Springsteens Stimme sehr dominant, sie wird sehr schön wiedergegeben, sodass Springsteens Stimme teilweise so „dreckig“ klingt, wie sie nun Mal klingt. Leider geht hinter diesem Element die Gitarre doch etwas unter. Deshalb muss man sich an vielen Stellen doch arg konzentrieren um die Gitarre in den leisen Passagen zu vernehmen. Leider fehlt auch hier der Gitarre das letzte bisschen an Präzision, sie klingt einfach nicht so, wie meine Gitarre. Die Mundharmonika hingegen wird deutlich vernehmbar wiedergegeben.

Where’d You Go, Fort Minor

Hier gelingt dem PC360 die Differenzierung der Männerstimmen mehr schlecht als recht, es ist teilweise sehr schwierig herauszuhören, ob jetzt Mike, Tak oder ein anderes Bandmitglied singt. Des Weiteren klingt der Bass bei diesem Song leicht matschig, die Bassanhebung verstärkt das noch weiter. Des Weiteren merkt man hier anhand der relativ schwachen Dynamik, dass diese Aufnahme nicht wirklich gut ist.

Mad World, Garry Jules

Hier ist ein ab einer gewissen Lautstärke ein ganz leises Grundrauschen vorhanden, was zwar nicht optimal, aber auch nicht allzu schlimm ist. Dafür klingt der Rest sauber, das Headset bringt die Stimmung des Liedes gut rüber. Wobei man auch hier wieder die Bassanhebung bemerkt, beim Klavier. Die Bühne ist hier nicht wirklich gut, die genaue Position der Musiker ist leider sehr schwer bis gar nicht erlauschbar.

Go Thompson, Razorlight

Hier sind sowohl der Gesang als auch das Schlagzeug sehr präsent. Dem Bass fehlt es auch hier wieder etwas an Kontur. Der Gesang kommt dafür klar und deutlich herüber. Die Gitarre rückt für meinen Geschmack etwas zu weit in den Hintergrund, einige Akkorde sind fast komplett ausgeblendet.

Crazy Little Thing Called Love, Queen

Hier ist das Grundrauschen meiner Meinung nach ziemlich stark ausgeprägt, dies ist aber Aufnahme bedingt. Die Bühne ist hier gut gelungen, man hört sehr schön heraus, wo Brian May mit seiner Gitarre sitzt, wo Herr Mercury singt und zu guter Letzt, wo das Publikum steht. Da diese Aufnahme glücklicherweise nicht vom LoudnessWar betroffen ist, ist die Dynamik hier gut, die Gitarre spielt hier sowohl leise, als auch laut. Die Stimme von Freddie Mercury wirkt hier fast genauso wie sie es soll, sehr kraft und emotionsvoll.

This Pretty Face Amy Macdonald

Diese Aufnahme ist zwar gut, jedoch macht sich der LoudnessWar auch hier in Form einer hohen Grundlautstärke bemerkbar. Die Raumaufteilung gelingt hier gut, die 2 Gitarristen sind hier klar am rechten und am linken Rand der Bühne zu hören, das Schlagzeug steht hinter Amy Macdonald, die ebenfalls eine Gitarre spielt. Den anspruchsvollen Anfang des Songs meistert das Headset relativ souverän, auch wenn den Instrumenten hier erneut der Feinschliff fehlt. Das Gesamtbild ist dennoch angenehm.

Cappriccio Italien Tschaikowsky

Hier ist die Bühne in Ordnung, man kann grob hören, wo genau die einzelnen Musiker sitzen. Hier sind die Pauken meiner Meinung nach etwas zu doll im Vordergrund. Die Dynamik dieses Stückes bringt das PC360 gut herüber, man merkt sehr schön, wenn alle Musiker voll „reinhauen“

Anmerkung: Diese Liste an konkreten Beispielen werde ich vermutlich noch weiter fortführen.

Was mir ebenfalls aufgefallen ist, bei so gut wie jedem Song ist, dass der berühmt berüchtigte Sennheiser-Teppich auch bei diesem Modell vorhanden ist, wenn auch nicht so stark, wie bei älteren Modellen. Des Weiteren ist die Abstimmung typisch Sennheiser mit einer Betonung auf dem Grundton.

Spieleklang

Als Testspiele habe ich Battlefield3 mit dem Preset Kopfhörer und mit Call of Duty Modern Warfare 3 genutzt. Bei beiden Spielen war ich mithilfe des Headsets in der Lage Schüsse und Laufgeräusche präzise genug zu orten. Das kann der HD650 auch nicht viel besser. Die Explosionen und Schüsse kommen schön wuchtig rüber. Generell ist das Mittendrinngefühl sehr gut, teilweise erwischte ich mich dabei, wie ich bei einem Mörsereinschlag von hinten den Kopf umdrehte.

Hier bestätigte sich mal wieder meine Meinung, dass bei Spielen kein teurer Kopfhörer not Tut.

Qualität des Mikrofons

Die Klangqualität des Headsets ist für Anwendungsbereiche wie Skype, TS3 usw. absolut ausreichend. Stimmen kommen sehr natürlich herüber. Um Instrumente oder Gesang aufzunehmen sollte man lieber zu einem anderen besseren Mikro greifen.

Fazit

In seinem Preisbereich ist das PC360 absolut empfehlenswert, da es für das Geld keine besseren Headsets gibt. Eine Steigerung im Headset Bereich erreicht man erst mit dem Beyerdynamic MMX300, welches jedoch deutlich mehr Geld kostet. Der Klang des Headsets für ein Headset hervorragend, auch wenn es gegenüber gleich teuren Kopfhörern einige Defizite gibt.

Wenn man auch mit der Kombination aus einem Kopfhörer und einem Ansteckmikrofon leben kann(da damit der Komfort doch etwas leidet) ist die „Kombi“ die bessere Lösung.

Die UVP des Herstellers liegt bei 199€, im freien Handel ist es jedoch schon ab 150€ erhältlich. Hier ist der Link zur Produktseite: http://sennheiser.de/sennheiser/home_de.nsf/root/private_headsets_pc_pro-gaming_504122