Destiny Aristaios Testbericht

Einleitung

Wie es mit den klanglichen Unterschieden zwischen Transistorkopfhörerverstärkern aussieht, habe ich  ja schon im Vergleichstest gezeigt, in der Hoffnung deutlichere Verbesserungen bei Röhrenkopfhörerverstärker zu finden, orderte ich mir also den Destiny Aristaios. Dieser ist ein Hybrid und verfügt über 2 6AK5 Röhren. An Leistung bietet er an 300Ohm 250mW, dass sollte für meinen Testhörer, den HD650 ideal sein. Beim Kauf des Aristaios direkt vom Hersteller erleichtert Ihr euer Konto um 198€.

Lieferumfang, Verpackung:

Als die nette Postbeamte vor der Tür stand und mir das Packet überreichte, war ich zunächst überrascht von der Größe der Verpackung, da schien ja was drin zu sein: ein zweiter kleinerer Karton! Ganz oben liegt eine Schnellanleitung, in der die Inbetriebnahme des Gerätes erklärt wird. Darunter liegt ein gebundenes Heftchen, welches die englische Bedienungsanleitung darstellt. (Das Heftchen erinnert mich ein bisschen an den netten kleinen Hobbyentwickler von nebenan, der jetzt seine Produkte verkaufen will, dass dürft ihr jetzt aber nicht negativ verstehen, mir ist das eher sympathisch.)

Dann finde ich den Verstärker, der in Styropor eingebettet ist, gar nicht so leicht ihn herauszubekommen. Das geht beim Stromkabel doch wesentlich leichter von der Hand.

Zum Anschluss an eure HiFi Anlage liegt ein „Premium Blue Cinchkabel“ bei.

Verarbeitung

Klang

Als ich die HD650 an den Aristaios anschloss und die erste CD einlegte, hatte ich gleich das Gefühl, eine Platte zu hören, so klang das hier teilweise. Klanglich merkt man dem Aristaios also an, dass der analog aufgebaut ist. Gerade in Verbindung mit einem Plattenspieler werden Analogfans glücklich werden, sofern sie die Nachteile des Destiny nicht weiter stören.

Tiefton: Röhrentypisch(nach dem Klischee) leicht angehoben. Im Verbund mit einem basslastigen Ohrenschmeichler kann dies teilweise etwas zu viel des Guten sein. Für einen neutralen Hörer alà K701 ist das jedoch das nahezu perfekte Mittel um das Klangbild etwas zu entspannen. Vom Tempo des Basses liegt der Destiny gefühlt leicht hinter einem Transistor wie dem Rhinelander. Ich denke aber, dass das auf die Psychoakustik zu schieben ist. Die Präzision im Tiefton verbessert sich beim HD650 etwas, jedoch nicht um Welten, wie das gerne propagiert wird.

Mitten: Wirken aufgrund der Bassanhebung etwas zurückgenommen, was sie aber eigentlich nicht sind. In Sachen Auflösung ändert sich jedoch quasi nichts für mich, was vom Co Autor bestätigt wird.

Höhen: Die Höhen sind, wie man es von einer Röhre erwartet, leicht abgerundet. Will heißen, dass der Hochton nicht mehr ganz so brillant klingt. Gleichzeitig nimmt man dem Hochton auch etwas an Aggressivität, was das Hören entspannt, so auch hier. Jedoch sind die Höhen nicht nur leicht zurückgenommen, sie klingen auch etwas anders, wer einmal eine typische Röhre gehört hat, weiß was ich meine. In Sachen Auflösung verändert sich beim Aristaios eigentlich nichts. Im Vergleich zu einem KHV mit Höhenbetonung werden so einige Details nicht so stark herausgefiltert, das herausfiltern würde aber wie schon gesagt dazu führen, dass es nach einiger Zeit nervig klingen kann.

Einige genauere Klangberichte mit Beispielen findet Ihr unter folgendem Link: https://linearsound.wordpress.com/wp-admin/post.php?post=362&action=edit&message=6&postpost=v2

Probleme

Obwohl die Verarbeitung in Ordnung geht gibt es Mängel: So habe ich anfangs mit dem Aristaios Radio empfangen, dass legte sich nach einiger Zeit. Die Störgeräusche blieben jedoch stets vorhanden, wurden glücklicherweise geringer, wenn ich das Gerät anders postierte. Das (letzte) größere Problem ist, dass das Poti bis zu einem Fünftel der Lautstärke nicht gleichläufig arbeitet, der rechte Kanal ist deutlich lauter als der Linke.

Fazit

Die etwas deutlicheren Unterschiede die ich suchte, fand ich hier, die Verbesserungen blieben jedoch gering. An Veränderungen bietet der Aristaios eine Bassanhebung und eine Abrundung der Höhen, insgesamt einen analogen Klang. Mit einem basslastigen Hörer verträgt sich das leider nicht, wenn man aber einen neutralen Kopfhörer wie den K701 etwas spaßiger machen möchte, ist der Aristaios ein guter Kauf. Ansonsten würde ich mir wie generell bei Kopfhörerverstärkern den Kauf zweimal überlegen, da die Verbesserungen sehr gering sind und das Gerät über 2 Mängel verfügt: Die Störgeräusche und das Poti. Beides verdirbt bei leisem Hören den Genuss etwas.

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